…und was jetzt?

Hallo liebes Tagebuch … (ohh, das wollte ich schon immer mal schreiben ) ūüėČ

nun ist es soweit, ich schreibe Dir… ich schreibe mir. Nur irgendwie finde ich keinen Anfang, wie denn auch, schliesslich bin ich ja mittendrin.

Orientierungslos, auftragslos, das gesellschaftliche „Soll“ … abgeharkt, erledigt. Wenn ich jetzt brav bis zur Rente arbeite und Beitr√§ge/ Steuern zahle und nicht noch, trotz meines Alters, auf die schiefe Bahn gerate, … ein perfekter Erdenb√ľrger …¬† … ok, ich bin genervt, am meisten von mir! Naja, und irgendwie auch von den Anderen, von allen Anderen … es gibt nur wenige Ausnahmen, gaaanz wenige!

Ich habe einige recht passable Ziele erreicht … 2 Kinder mit Ausbildung in die grosse weite Welt entlassen (nagut, fast … dass 2. erst im Fr√ľhjahr, … aber beinahe ;)), ein Haus (ok, total verschuldet), ein verdammt guter Job … und gerade erst aufgeh√∂rt zu Rauchen (worauf ich mega stolz bin). Ja, ich habe sogar einen Sohn geboren und einen Baum gepflanzt.

… und was jetzt??? … immer wieder horche ich in mich hinein … keine Antwort … das geht jetzt sicher schon ein Jahr so, immer die gleiche Frage: „…und was jetzt“??

Ich habe keine Langeweile, nein, sicher nicht … ich bin immer besch√§ftigt…, ¬†am Haus herum bauen (nicht sch√∂n, aber selten), Gassi-Runden, Gartenarbeit, Haushalt und arbeiten gehe ich ja auch noch ganz brav. Nichts davon mache ich, weil ich es muss … nein, ich mag es … alles davon, sogar den Haushalt …

… und was jetzt? … immer so weiter? … weitere 45 Jahre? … allein bis zur Rente noch 20 Jahre eint√∂niges besch√§ftigt sein???

ich suche nach dem Pfeil, der mir die Richtung zeigt, irgendetwas … eindeutiges …

…nichts Eindeutiges in Sicht. Also st√∂bere ich im Internet und finde ein neues Schlagwort „Minimalismus“ … ohja, das gef√§llt mir, Ballast abwerfen … damit kann ich mich eine Weile besch√§ftigen, hab ja genug „Stehrumchen“ angesammelt.¬†Diese Entsorgungssch√ľbe fallen mir relativ leicht … kein wirklicher Trennungsschmerz …¬†daf√ľr ein riesen Haus, zwei Schuppen und einen Dachboden … die Aktion „Minimalismus“¬†zieht sich sicher noch ne ganze Weile.

Tats√§chlich habe ich bei der Suche nach neuen Impulsen den Zeugen Jehovas mein Ohr geliehen, also zweien von ihnen. Es macht Spass mit Ihnen zu diskutieren, ihnen einen Hauch meiner Weltanschauung mitzugeben, w√§rend sie versuchen mir die Bibel n√§herzubringen. Und tats√§chlich hat sich mein Bild √ľber die sogenannten Zeugen Jehovas gewandelt (was ja nicht schwer ist, wenn man vorher einfach √ľbernimmt, was andere einem erz√§hlen, statt sich selber ein Bild zu machen) … leider sind die Zeugen auch nicht besser, sie √ľbernehmen auch nur, statt sich ein eigenes Bild zu machen … eine Welt voller Scheuklappen!!!

… das letzte Jahr/ die letzten 2 Jahre¬†war/en turbulent, voller Entwicklungssch√ľbe, Aha-Momente und Einsichten¬†¬† …tja, und da wo gehobelt wird, fallen leider auch Sp√§ne. Einige Freundinnen haben sich nicht weiter entwickelt oder vielleicht auch einfach nur in eine andere Richtung … wir haben uns unterwegs verloren … ich habe sie verloren … ich konnte einfach nichts mehr mit ihnen anfangen … nichts von dem, was sie besch√§ftigt interessierte mich, konnte ihr Gejammer und Geklage nicht mehr h√∂ren, … konnte deren vermeintlichen Stillstand nicht ertragen … ich musste gehen!

…und was jetzt? … ich weiss es immer noch nicht ūüôĀ

W√§rend ich so vor mich hin suche, habe ich mir ein paar kleinere Ziele gesetzt, damit besch√§ftige ich mich, bis ich etwas „sinnvolleres“ finde … weiter Ballast abwerfen und die Schulden abbauen/ loswerden (ist ja auch Ballast).

Also liebes Tagebuch, wie Du Dir sicher vorstellen kannst, ist das hier gerade mal „angerissen“ … vielleicht kannst Du Dir ja irgendwann mal ein Bild von meiner jetzigen Situation machen … es ist halb zwei in der Nacht… zu sp√§t zum¬†Schreiben … ich melde mich …

 

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